Marktentwicklung

In einigen Ländern, darunter Japan, USA, Deutschland oder Frankreich, werden erste Industrie 4.0 Ansätze bereits erfolgreich auf breiter Front eingesetzt. In der Schweiz ist die Verbreitung noch nicht stark spürbar. Kleine und mittlere Betriebe können jedoch besonders von diesen Ansätzen profitieren, da sie nicht mit schwerfälligen Organisationen und IT Systemen umgehen müssen. Sie sind agiler und können Cloud-services nutzen, ohne eigene, teure IT Infrastrukturen aufbauen zu müssen.

Marktentwicklung von Industrierobotern

Trotz billiger Arbeitskräfte ist Asien (China, Rep. Korea gefolgt von Japan) der grösste Absatzmarkt mit einem Wachstum von 16% in 2016 mit über 190’000 Einheiten. Europa wuchs um 12% bzw. 56’000 verkauf­ten Einheiten (Deutschland, Italien, Frank­reich, Spanien, UK, Skandinavien gefolgt von Zentral­ und Osteuropa). Die Schweiz er­scheint nicht in der Statistik. Die fünf grös­sten Märkte sind China, Rep. Korea, Japan und die USA gefolgt von Deutschland. Anfänglich war die Automobilindustrie der grösste Abnehmer industrieller Roboter, mitt­lerweile ist es die Elektro­-/Elektronikindus­trie. Der Markt für die Metall­ und Maschinenindustrie wuchs zwischen 2010 und 2016 um jährlich 15%. Die Verkäufe für die Kunststoffindustrie wuchsen zwischen 2011 und 2016 um jährlich 9%. Die Geträn­ke­ und Lebensmittelindustrie wuchs zwi­schen 2011 und 2016 um jährlich 12%. Im Jahr 2016 wuchs dieser Markt gar um 20%. Neben diesen Märkten hat die „health care“ Industrie das grösste Wachstumspotenzial. Dies, weil dort IT und Automatisierung noch wenig verbreitet sind und die Überalterung der Gesellschaft zunimmt. Viele Konzepte aus der Industrie 4.0 lassen sich auch auf die Pflege oder den Spitalbe­trieb anwenden, beispielsweise können Co­bots für Sterilisationsaufgaben eingesetzt werden.
Die Zahlen zeigen, dass alle Industriezweige die installierte Basis von Industrierobotern signifikant steigerten. Der Gesamtmarkt für industrielle Roboter (ohne Software und Pe­ripherie) betrug im Jahr 2016 ca. 13 mia. USD. Zählt man Software und Peripherie da­zu, wurden ca. 40 mia. USD weltweit in Ro­botersysteme investiert. Im ersten Halbjahr 2017 wuchsen die Ver­kaufszahlen in USD für Cobots in Nordameri­ka alleine um 26% gegenüber 2016. Auch die Märkte für Peripheriesysteme wie Bilder­kennung und Aktoren/Sensoren wuchsen um 14% bzw. 11% gegenüber dem Vorjahr.
Die nächsten 3 Jahre erwartet man für in­ dustrielle Roboter alleine ein jährliches Wachstum verkaufter Einheiten von ca. 15%. Die ca. 100 Hersteller von Robotern erwarten ein jährliches Wachstum von ca. 30%. Der Paradigmenwechsel Richtung Industrie 4.0 wird sich wie in anderen Industrien, ex­ponentiell entwickeln. Dadurch besteht für Unternehmen die Gefahr, aufgrund dem anfänglich langsam scheinenden linearen Ver­lauf der Entwicklung vom exponentiellen Anstieg überrascht zu werden und den An­schluss komplett zu verpassen.
Ein Beispiel dafür aus der Telekommunikation ist Nokia. Man glaubte nicht an die schnelle Verbreitung von Smartphones, verpasste den Anschluss und wurde als einstiger Welt­marktführer vom Markt gefegt.