Chancen / Nutzen

Wie kann ich von den Industrie 4.0 Konzepten profitieren?

Grundsätzlich gibt es zwei Ansätze: „top­-down“ oder „bottom-­up“.
Bei der konsequenten Umsetzung der Industrie 4.0 Ansätze sind praktisch alle Geschäftsbereiche involviert. Wie für die Definition und Umsetzung einer Unternehmensstrategie sollte idealerweise „top­-down“ vorgegangen werden. Studien zeigen, dass nur die grössten Unternehmen so vorgehen.
 
Kleinere Unternehmen verfolgen meist den „bottom-­up“ Ansatz. Als ersten Schritt wer­den Prozessschritte mit flexiblen Robotern automatisiert. Mitarbeiter werden dadurch von monotonen, repetitiven Tätigkeiten ent­bunden, die Produktivität und die Qualität steigen. Mitarbeiter können Arbeiten über­nehmen, die eine höhere Wertschöpfung erzielen und die Personalkosten auch rechtfertigen. Effizienzsteigerungen von 30% können erreicht werden.
 
Der nächste Schritt in Richtung Industrie 4.0 sind Effizienzsteigerungen im Unterhalt. Dazu werden Daten der effektiven Nutzung von Betriebsmitteln erhoben und ausgewertet. Die Wartung kann auf der Nutzung, statt auf Planzahlen basieren, wodurch Kosten sinken.Der nächste Schritt besteht in der lokalen Auswertung von Maschinendaten mittels KI, was eine vorausschauende Wartung ermög­licht und die Wartungskosten weiter senkt, ohne dass die Produktion gefährdet wird.Dank diesen Daten gewinnen Sie Transpa­renz über Ihre Produktionsprozesse und können diese visualisieren. Die Resourcen­auslastung kann dadurch faktenbasiert stetig optimiert werden.
 
Was in Ihrem Unternehmen konkret erreicht werden kann, muss individuell betrachtet werden. Wenn für die Herstellung der aktuellen Produktegeneration spezifische, klassi­sche Automatisierungslösungen eingesetzt werden, fragt sich wie diese für die nächste Produktegeneration verwendet werden kön­nen. Falls dies nicht sinnvoll ist, besteht die Chance auf flexible, zukunftsorientierte Sys­teme zu setzen. Cobots z.B. amortisieren sich meist nach wenigen Monaten und sind über Jahre ohne Wartung einsetzbar. Es gibt eine grosse Auswahl von Herstellern und Modellen je nach Einsatzgebiet.
 
Die Beschaffung solcher Systeme bzw. Aus­wahl des Herstellers kann strategischen Charakter haben. Das Risiko eines Fehlent­scheides, kann mit Hilfe externer Unterstüt­zung minimiert werden.
 

Wie reagieren meine Mitarbeiter auf weitere Automationsmassnahmen?

Veränderungen gehen immer mit Unsicher­ heit und Angst einher. Wie sozialverträglich ist weitere Automatisierung? Die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens sichert jedoch die Existenz al­ler beschäftigten Mitarbeiter. Automatisie­rung wird die Berufsbilder weiterhin verändern. Vor 30 Jahren gab es z.B. noch keine Social­Media Manager, Meachatroniker, oder Webdesigner. Automation rationalisiert nicht jeden Job weg, sondern reduziert Personalkosten unge­fähr um den Faktor 8. Es entstehen neue, komplexere Aufgaben und Menschen können sich auf Produktentwicklung, Innovation, En­gineering oder Qualitätssicherung konzen­trieren. Statistiken zeigen sogar, dass die Arbeitslo­senrate in den Ländern mit dem höchsten Automatisierungsgrad am tiefsten und der gesamtwirtschaftliche Wohlstand hoch ist. Die berufliche Weiterentwicklung jedes Ein­zelnen wird immer wichtiger und kann auch eine Chance sein, sich in neuen Formen der Zusammenarbeit zu verwirklichen.